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Kate Logan oder Warum die Persönlichkeit mancher
Menschen gespaltener ist, als die anderer
Kate wer? Logan? ... Ja, das bin ebenfalls ich.
Eigentlich dachte ich, wenn ich unter drei Namen schreiben
würde, hätte ich auch die dreifache Zeit. Da hab ich mich wohl geirrt… Okay, das
war natürlich Quatsch. Tatsächlich ging es darum, eine weitere Abgrenzung zu
schaffen.
Morgan Grey ist ja fürs historische Abenteuer zuständig,
die Melzer macht Fantasy und Dark-Fantasy in erfundenen Welten, oder aus der
Vergangenheit. Aber wer sollte sich um Geschichten in der heutigen Zeit kümmern?
Wer kennt sich in amerikanischen Kleinstädten aus? Und wer kann dafür sorgen,
dass eine Portion Sarkasmus in der Geschichte landet?
Kate Logan hat sich dann auf die ausgeschriebene Stelle
beworben. Gut, vielleicht hab ich mir auch mal den Kopf etwas zu fest
angestoßen, und plötzlich war Kate einfach da…
Die Entstehung von Der Geist, der mich liebte
Als ich 2005 einen Monat in Edinburgh verbringen durfte
(eine geniale Zeit und eine noch genialere Stadt!!!), entdeckte ich einen
Friedhof, der zum Teil von Wohnhäusern umschlossen war. Nicht genug, dass es
schon gruselig ist, direkt hinter dem Haus Gräber zu haben, lehnten die letzten
Grabsteine auch noch an den Hauswänden! Dieser Anblick hat mich lange Zeit nicht
mehr losgelassen – vor allem, da ich damals um ein Haar dort ein Appartement
gemietet hätte. Im Internet waren nur Bilder der Wohnräume, aber keine Fotos der
Aussicht – warum nur? Gut, es stand das Wörtchen „Friedhofsnähe“ dabei. Aber
so nah? Muss man dann künftig bei Hotels in Meeresnähe fürchten, nasse Füße
zu bekommen? Zu meinem Glück fand ich ein wesentlich günstigeres Appartement,
direkt am Meer (übrigens ohne nasse Füße).
Ich will mir lieber nicht vorstellen, wie meine Fantasie
mit mir durchgegangen wäre, wenn ich ein paar Wochen quasi auf dem Friedhof
gehaust hätte (so eine Art Probewohnen für später). Da ich allein dort war,
hätte ich die Hosen vermutlich gestrichen voll gehabt. Das Licht hätte rund um
die Uhr gebrannt, die Fensterläden wären natürlich verrammelt gewesen und
wahrscheinlich wäre ich ständig mit einem Knüppel bewaffnet herum gerannt –
nicht, dass das gegen die wandelnden Toten geholfen hätte… Der Anblick der
Grabsteine, die an der Hausmauer lehnen, hat mich jedenfalls nachhaltig
beeindruckt – oder wohl eher verfolgt. Seitdem habe ich mich immer wieder
gefragt, wie es wohl wäre, dort zu wohnen.
Nachtrag: Ein wenig wurde diese Frage inzwischen beantwortet. Ende Januar
2007 waren wir mal wieder in Schottland (übrigens bei genialem Wetter). In der
ersten Woche haben wir in einer richtigen Burg gewohnt. Kein Hotel, sondern
alles ganz für uns allein. Im Haupthaus der Baron und die Baronin und im Anbau
wir. Was soll ich sagen? Abgesehen davon, dass es unglaublich genial war, ging
eines meiner Schlafzimmerfenster geradewegs auf den darunter liegenden,
mittelalterlichen Friedhof...
So sah das dann aus - und ich hab’s überlebt:
Im Februar 2006 war ich mit meiner lieben Freundin
Christlin in Schottland. Eine herrliche Woche, in der wir ununterbrochen über
alles Mögliche - und natürlich über das Schreiben - gesprochen haben. Eines
Abends habe ich von dem Haus am Friedhof und meiner Idee, daraus etwas machen zu
wollen, erzählt. Vier Tage später hatte ich einen kompletten Plot.
Der Geist, der mich liebte handelt in der heutigen
Zeit, noch dazu in einer amerikanischen Kleinstadt. Ich bin mit dieser
Geschichte also völlig neue Wege gegangen – und nicht nur, was Ort und Zeit
angeht. Sam Mitchell, meine Protagonistin ist eine ausgesprochen sarkastische
Erzählerin, die mich mit ihrem Elan schlicht überrannt hat.
Selten zuvor hat mich eine Geschichte derart mitgerissen.
In der ersten Woche habe ich 4 Seiten geschrieben (der Anfang ist ja bekanntlich
immer am schwersten). Woche zwei hat dann schon 50 Seiten ergeben und nach Woche
drei (zugegeben, in dieser letzten Woche hatte ich Urlaub) entstand der Rest.
Während dem Schreiben habe ich ständig krachend laute Rockmusik gehört (die ja
zu Fantasy und Vampyren eher nicht so gut passt) und hatte ein debiles
Dauergrinsen im Gesicht. Kurzum, es hat einfach eine Menge Spaß gemacht! Mal sehen, wie es weiter geht. |